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Was bedeutet „kontrolliert“ verwildern“?

Wilde Pflanzen sind „intelligent“. Sie wachsen genau da, wo sie optimale Bedingungen in Bezug auf Bodenbeschaffenheit und Landschaftsform finden. Die Auseinandersetzung mit Wind, Wetter und Fraßfeinden erschafft eine besondere Vitalität und Widerstandskraft, die wir für unsere Ernährung nutzen.

In einem essbaren Wildpflanzenpark werden krautig wachsende Wildpflanzen, Stauden, Sträucher und Bäume gepflanzt und dann kontrolliert verwildert. Die Entfaltung und der natürliche Freiraum für die Pflanzen bleiben – werden aber mit einem fachmännischen Auge angeschaut und nur bei Bedarf wird lenkend in das Naturgeschehen eingegriffen. Maßnahmen dieser Art sind zum Beispiel das jährliche Mähen der Wildkräuter-Wiesen, das Umbrechen der Acker-Brache, auf der nur so die einjährigen Wildgemüse wie Gänsedistel und Melde (wilder Spinat) und wilde Salatpflanzen wie Feldsalat, Hirtentäschel und Knopfkraut gut gedeihen können ­ sowie eventuell nötige Rückschnitte von Sträuchern und Bäumen, besonders an den Außengrenzen des Parks.

 

Was unterscheidet ein essbarer Wildpflanzenpark von „Urban Gardening“ oder „Permakultur“?

„Urban Gardening“ ist ein moderner Begriff, der die nachhaltige Bewegung der Schaffung von Selbstversorgergärten in (Groß-)Städten beschreibt. Oft sind diese Gärten auf engem Raum, auf Parkdecks, am Stadtrand oder in Baulücken zwischen Wohnblocks zu finden. Das urbane Gärtnern gibt den Stadtmenschen und der Stadt selbst ein wenig Natur zurück.

Im Unterschied zu essbaren Wildpflanzenparks werden hier allerdings vorwiegend pflegeintensive Kulturarten wie Salat, Gurken, Zucchini, Kürbisse, Radieschen, Möhren und Zwerg-Sträucher wie Rosmarin, Salbei und Thymian oder Stauden angebaut. Und zwar oft in Kübeln oder Holzfässern – in Ermangelung von echtem Boden und lebendiger, ausgeruhter Muttererde.

In EssbarenWildpflanzenParks stehen die essbaren Wildpflanzenarten im Mittelpunkt – und diese sind pflegeextensiv, denn sie benötigen zum Beispiel keine Bewässerung.

Beiden gemeinsam ist jedoch der soziale Gedanke und der entstehende Gemeinschaftssinn: Begegnungen auf vielen Ebenen, ein sozialer Ausgleich ohne Hemmschwelle und das Wiederbeleben des Allmende Gedankens!

Die Schnittmenge und Gemeinsamkeiten zwischen der Permakultur und den essbaren Wildpflanzenparks ist sehr groß, da in beiden Ansätzen das Arbeiten mit den Kräften der Natur statt gegen diese als tragender Grundgedanke Orientierung gibt. Gemeinsames Ziel der essbaren Wildpflanzenparks und der Permakultur ist es, landwirtschaftlich produktive Lebensräume aufzubauen, die sich selbst erhalten. In der so genannten Intensivzone eines Permakultur-Gartens liegt der Schwerpunkt jedoch auch auf dem Anbau von Kulturpflanzen.

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