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Die „wilde“ Sammelliste mit den aktuell essbaren Wildpflanzen in der freien Natur*

 

⇒ Die passenden Rezepte gibt es jahreszeitenentsprechend immer hier.

 

♦ Die 3 letzten herbstlichen Wildfrüchte – NACHSAISON!

MISPEL
(Mespilus germanica)
Bei der Mispel darf man bis in den späten Herbst mit der Ernte warten – also sogar noch bis zum ersten Wintereinbruch mit Boden- und Luftfrost (in 2 Meter Höhe die Temperatur mindestens -2 oder -3 Grad Celsius). Dann erst werden die Früchte teigig weich und können auch roh verzehrt; sie sollten dann aber auch schnellst möglichst abgeerntet werden. Aus den Früchten lassen sich ein klassisches Mispel-Mus oder ein Mispel-Birnen-Mus (wie Apfel-Mus) herstellen; mit Quitten zusammen eine Mispel-Quitten-Marmelade. Auch für Chutneys eignen sie sich hervorragend.

Mispeln

(c) Birgit Matz

SCHLEHE/SCHWARZDORN
(Prunus spinosa)
Aus vollreifen Früchten lassen sich Saft, Likör, Wein, Essig und Fruchtaufstriche (etwa in Kombination mit Äpfel und Holunderbeerensaft) herstellen. Rohe und reife Schlehen in Gläsern in gesättigte Salzlake einlegen und im Kühlschrank 4-6 Wochen ziehen lassen. Danach werden die schwarzen „Oliven“ zusammen mit mediterranen Gewürzen und Knoblauch in Olivenöl eingelegt.

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WACHOLDER-BEEREN
(Juniperus)
Sie sind schmackhaftes Gewürz für Eintöpfe, Suppen und Sauerkraut. Und zum Räuchern sind sie auch fein…

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(c) Birgit Haas

 

♦ Wurzelzeit

LÖWENZAHN-WURZEL
(Taraxacum officinales)
Ohne Frost und Schnee können im Winter auch die Wurzeln des Löwenzahns geerntet werden. Die getrockneten Wurzeln zerkleinern und rösten; dies ergibt den traditionellen Kaffeeersatz „Muckefuck“. Die Wurzeln des Löwenzahns schmecken aber frisch und roh und klein geschnitten auch gut in den Salat oder zu Möhrengemüse. Die Bitterstoffe sind gesund und helfen beim Verdauen, insbesondere bei sehr fettem Essen.

NACHTKERZEN-WURZEL
(Oenothera biennis)
Die Wurzel der Nachtkerne wird auch „Schinkenwurz“ genannt. Die Wurzel der einjährigen Pflanzen schmeckt angenehm würzig und kann roh zum Beispiel im Salat oder zum Vesper gegessen werden.

NELKENWURZ(EL)
(Geum urbanum)
Die getrocknete Wurzel wird im Mörser pulverisieren. Sie ist ein traditioneller Nelken-Ersatz. Ideale würzende wilde Zutat im winterlichen Gewürz-Punsch.

〈WILDE MÖHRE (Daucus carota) & PASTINAKE (Pastinaca sativa)〉
Die Speicher-Wurzeln der einjährigen Pflanzen werden theoretisch als Wildgemüse verwendet (Gemüsegerichte, Suppen, Eintöpfe). Doch Achtung: Es handelt sich um Gewächse aus der Familie der Doldenblütler, in welcher auch stark giftige Arten vorkommen. Da die oberirdischen Pflanzenteile nun abgestorben sind kann man die Arten nicht mehr sicher erkennen. Also: Besser Finger weg!


♦ Wintergrünes

Ideal für den winterlichen Smoothie:
BROMBEERBLÄTTER
GOLDNESSELBLÄTTER
NELKENWURZBLÄTTER
Beide sind als Zutat für grüne Smoothies im Winter geeignet. Sie haben allerdings keinen starken Eigengeschmack, d.h. das jeweilige Obst, eine Zitrone oder ein Stück Ingwer kommen geschmacklich deutlicher durch. Doch der Vorteil liegt auf der Hand: Das Wintergrün ist eine hervorragende Quelle für frisches, belebendes Chlorophyll, Mineralien und Spurenelemente.

Brombeerblätter

(c) Birgit Matz

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(c) Birgit Matz

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(c) Birgit Matz

BACHBUNGE
(Veronica beccabunga)
Blätter und verharrende Triebspitzen kommen als Zutat in den Mischsalat oder werden als Aufstrich oder Dip weiterverarbeitet.

Bachbunge

(c) Birgit Matz

BEHAARTES SCHAUMKRAUT
(Cardamine hirsuta)
Das Behaarte Schaumkraut gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse. Es ist eine einjährige, krautige Pflanze mit grundständiger Blattrosette; ihre Fiederblätter sind verkehrt eiförmig. Es schmeckt schön scharf wie Kresse und eignet sich hervorragend als Salatzutat, in den Kräuterquark oder pur aufs Butterbrot.

Behaartes Schaumkraut

(c) Birgit Matz

BRUNNENKRESSE
(Nasturtium officinale)
In klaren Gewässern wachsen Blätter und Triebspitzen bis zum ersten Frost heran. Die Pflanzen erfrieren nur bei strengem Frost, sind also unter Umständen auch mitten im Winter zu finden. Sie schmecken im Salat, Kräuterquark, als Pesto oder auf dem (Butter-)Brot.

Brunnenkresse

(c) Birgit Matz

GÄNSEBLÜMCHEN
(Bellis perennis)
Die Blätter der Blattrosette als Zutat in den Wintersalat wie Feldsalat oder Endivie oder im Smoothie mit Gurke, Banane, Zitrone, Apfel und Birnendicksaft (Siehe Rezept im Buch „Wilder Mix“ auf Seite 28). Der kräftig-nussige Eigengeschmack wird durch die Zubereitung des Salates mit einem guten Walnuss- oder Haselnussöl und Himbeeressig noch unterstrichen.

GUNDERMANN
(Glechoma hederacea)
Triebe mit Blättchen sind eine aromatische Gewürzzutat in Saucen, Dips und Salaten und schmecken als Zutat im Wildkräuter-Wasser. Ähnlich der Goldnessel überwintert diese immergrüne Pflanze auch mit ihren Ranken, welche sich schnell wieder neu bewurzeln und ganze Teppichpolster bilden können. Der relativ hohe Anteil an ätherischen Ölen und Bitterstoffen macht sie in kleinen Mengen zu einer idealen Zugabe zu Smoothies oder Gewürzkraut an Salaten. Pur und als alleinige Zutat schmecken diese jedoch zu intensiv.

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(c) Pixabay

HIRTENTÄSCHEL, Gewöhnliches
(Capsella bursa-pastoris)
Hirtentäschel ist ein weit verbreitetes Ackerbeikraut und ist oft auf frisch umgesetzten Gartenbeeten oder auf Brach- und Ödland zu finden. Die Blätter erinnern in der Form an Rucola und schmecken auch ähnlich würzig – was vor allem an den scharf schmeckenden Senfglykosiden liegt.

KLEINE TAUBNESSEL
(Lamium purpureum)
Die kleine Taubnessel blüht oft noch mitten im Winter. Man findet das violette Blümchen oft als Begleitkraut in winterlichen Feldsalatbeeten oder Rabatten. Typisch – wie bei den großen Verwandten auch – ist der vierkantige Stängel und die Form der Blüten. Die Triebspitzen der kleinen Taubnessel sind oft violett-grünlich gefärbt. Diese Triebspitzen kann man ganz ernten und in Salaten genießen.

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(c) Birgit Matz

KNOBLAUCHSRAUKE
(Alliaria petiolata)
Die zarten und aromatischen Blättchen der jungen Pflanze der Knoblauchsrauke sind frosthart. Die runden Blätter sind einzeln gestielt und zeichnen sich durch den charakteristischen, gewellten Blattrand aus. Man findet sie jetzt in der Laubstreu an lichten Stellen oder am Rand von Laub- und Mischwäldern. Sie schmecken als Bereicherung im Salat, und wer viel davon findet, kann zusammen mit Walnüssen, Knoblauch, Salz und Pfeffer sowie Olivenöl ein köstliches Pesto daraus zubereiten.

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(c) Birgit Matz

LABKRAUT (WIESEN-)
(Galium mollugo)
Die Pflanze wächst als mehrjährige Staude und überwintert mit kurzen dunkelgrünen Trieben, an welchen die quirlständigen Blättchen dichtgedrängt stehen. Man erntet im Winter die 1-2 cm kurzen Triebspitzen und verwendet diese als Zutat im Salat, als essbare Dekoration oder im Smoothie.

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(c) Birgit Matz

LÖWENZAHN-ROSETTE
Löwenzahn überwintert mit einer zum Teil immergrünen bodenständigen Blattrosette. Diese kann man im Winter am leichtesten mit einem kurzen Messer ernten, indem man die ganze Blattrosette aussticht, draußen nur grob säubert, um später in der Küche die Blätter unter fließendem Wasser zu vereinzeln und gründlich zu waschen. Das wertvolle Wintergrün genießt man am besten roh im Smoothie, als frisches Pesto oder als Salatzugabe. Die Bitterstoffe regen hervorragend die Entgiftung an!

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(c) Birgit Matz

SCHAFGARBE (WIESEN-)
(Achillea millefolium)
Ihre Bitterstoffe regen die Entgiftung an! Die Blätter als Zugabe in den Mischsalat. Sie überwintert mit zarten, dunkelgrünen Blättern, welche dank ihrer schmalen und länglichen Form sowie der Feingliedrigkeit auch als “Augenbrauen” bezeichnet werden. Die Blätter stehen im Winter in dichten Büschelchen, ca. 3 bis 5 cm hoch und können an manchen Standorten auch ganze Polster bilden. Die Schafgarbe ist eine altbewährte Heilpflanze und wird zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden und zur allgemeinen Kräftigung eingesetzt. Die Wirkung ist wohl auf ihren Gehalt an Gerb- und Bitterstoffen sowie weiteren sekundären Pflanzenstoffen wie Flavonoiden, Vitaminen und Mineralien zurückzuführen. Zarte Schafgarbenblätter sind eine köstliche Bereicherung im Salat sowie eine wertvolle Zutat im Grünen Smoothie.

schafgarbe

(c) Birgit Matz

VOGELMIERE
(Stellaria media)
Die Triebe der Vogelmiere schmecken wunderbar mild nach Erbsen und ergeben einen schmackhaften Salat oder kommen in den Grünen Smoothie. Kleingeschnitten schmecken sie im Kräuterquark oder als deftiger Brotaufstrich. Als Zutat in die Gemüsesuppe oder wie Spinat gekocht. Eine Handvoll frischer Triebspitzen als Teeaufguss regt die Nieren an.

Vogelmiere

(c) Birgit Matz

 

* Stand: 16. November 2017

Von Region zu Region unterscheidet sich „natürlicherweise“ die Auswahl.

Eine Auswahl passender Rezepte gibt es kontinuierlich hier.

 

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